The Interviews

Wissen, was Sie erwartet!

Top Speaker, echte Expert*innen ihres Faches stehen für Sie auf unserer Esthetic Days-Bühne im September. Vorab stellen sie sich hier den spannendsten Fragen rund um die Zahnmedizin von morgen und erzählen, was Sie in den Fachvorträgen erwartet: interessante Einblicke und Facts sowie ganz viel Vorfreude auf 1,5 inspirierende Tage in Baden-Baden.

Dr. Matthias Müller

Univ. Prof. DDr. Gabor Tepper

Carsten Schlüter

Rune Fisker

Dr. Rebecca Komischke

Andreas Utz

Dr. Jochen Tunkel

Stefan Kermas

Dr. Paul Schuh

 

Dr. Matthias Müller

Samstag, 24.09.2022:
Ästhetische Versorgung mit Unterstützung von intraoral Scannern.
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Wie beeinflusst der Scanner Ihre tägliche Praxisarbeit?
M.M: Wir arbeiten bereits seit mehr als 15 Jahren mit intraoralen Scannern. Ich kann mir Zahnheilkunde ohne Scanner und digitalen Workflow nicht mehr vorstellen. Wir nutzen die Scandaten als Grundlage für alle Behandlungsplanungen in der Prothetik, Implantologie und Kieferorthopädie. Auch in der Dokumentation liefert der digitale Scan wertvolle Daten. Dazu werden die Patienten regelmäßig gescannt, so dass wir eine aussagekräftige Langzeitdokumentation anlegen können.

Jedem unserer Behandler steht ein Gerät zur Verfügung, welches

immer im Einsatz ist. Das ganze Prozedere geht viel schneller und umfassender, weil wir durch den Scan auch Dinge sehen, die wir am Modell nicht entdeckt hätten. So verbinde ich zum Beispiel Scan und Röntgenbild, um dann gemeinsam mit dem Patienten die Dokumentation zu erstellen. Dies ist durch die Visualisierung für den Patienten wesentlich besser zu verstehen.

Der Scan erleichtert auch die Kommunikation innerhalb der Praxis und reduziert Fehler, da er eindeutige Befunde dokumentiert. Die farbigen 3 D-Scandaten stehen der Verwaltung für Planungen und Dokumentation zur Verfügung und ermöglichen allen den Einblick in abgelaufene Behandlungen.

Welche neuen Möglichkeiten bietet der Scan?

M.M: Der Scanner als digitale Abdruckmaschine - dies ist heute oft der Einstieg und der primäre Focus beim Einstig in die digitale dentale Welt. Digitaler Workflow bedeutet aber sehr viel mehr. Das ist ein Learning meines Workshops auf den Esthetic Days. Digitale Prozesse in der Praxis eröffnen sehr viele spannende Anwendungen und Wege. Der Scanner ist nicht nur für die Abformung zu gebrauchen. Er kann analoge Schritte ersetzen und schaffen, was vorher nicht möglich war.

Ich kann beispielsweise die digitalen Aufnahmen direkt zur 3-D-Planung in das System einbinden. Das war in den vergangenen Jahren kompliziert, funktioniert jetzt aber problemlos. Auch in der komplexen Prothetik haben sich neue digitale Möglichkeiten eröffnet. Die Einbindung von 2- und 3 D Fotos und prothetischer Setups in die neue Rekonstruktion optimiert die Zusammenarbeit von Zahnarzt und Labor. Dank der Kombination von Fotos und digitalen Scans hat der Techniker nun auch ein Gesicht vor Augen und kann den Zahnersatz viel besser individuell planen.

Warum gibt es immer noch Skeptiker?
M.M: Heute nutzen nur 10 bis 15 Prozent der deutschen Praxen den Intraoral-Scanner. Die Gründe sind vielfältig. Viele Kolleginnen*en schrecken vor der neuen Technik zurück, da sie einen analog erlernten Prozess ersetzt, der essentiell ist. D.h. der Neueinstieg muss klappen. Sie haben Respekt vor dem digitalen System und dessen schwer beeinflussbaren Fehleroptionen. Zusätzlich entstehen nicht unerhebliche Investitionskosten, die sich erst rechnen, wenn der gesamte Workflow berücksichtigt wird.

Die Nutzung von digitale 3 D Scandaten verändert die gesamten Prozesse in der Zahnheilkunde – darauf müssen sich alle Beteiligten einstellen. Es wird in Zukunft keine rein analoge Zahnheilkunde mehr geben.

Warum sollte man ihren Vortrag besuchen?

M.M: Der Vortrag spricht Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner an, die neugierig sind und wissen möchten, was der digitale Workflow leisten kann. Wie eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Zahnarzt und dem Labor funktioniert kann, wird ein weiteres Thema sein. Aber vor allem möchte ich meine Begeisterung für die Möglichkeiten in der digitalen Welt teilen; mit allen Stärken und Schwächen.

Ich werde aus der Sicht des Zahnarztes berichten und Roland Kiss, Geschäftsführer des Schweizer Labors Dental Digital, mit dem wir sehr eng zusammenarbeiten, wird erläutern, wie der Scanner seine Arbeit als Zahntechniker beeinflusst.

Vita: Dr. Matthias Müller ist 1961 in Hamburg geboren. Er absolvierte ein Studium der Zahnmedizin an der Universität Hamburg und Basel und nahm am Masterprogramm Parodontologie am Eastman Dental College Rochester/USA teil. 1989 folgten seine Approbation und seine Promotion in Hamburg. Von 1989 bis 1999 war Matthias Müller als Sanitätsoffizier Zahnarzt bei der Bundeswehr in Neumünster, Hamburg und Shilo/Kanada.

Er nahm an umfassenden Fortbildungen in den Bereichen Funktionsdiagnostik und -therapie, Parodontologie, Endodontie, komplexe Prothetik und digitale Zahnheilkunde teil. 1999 übernahm er in vierter Generation die väterliche Privatpraxis, seit 2015 führt er sie gemeinsam mit Stefan Bethge als Praxis für Zahnheilkunde Dr. Müller & Bethge fort.

Dr. Müller ist externer Lehrbeauftragter in der Prothetik an der Universität Hamburg und Speaker für das ITI.

Zitat: „Es wird in Zukunft keine analoge Zahnheilkunde mehr geben.“

Drei Learnings aus dem Vortrag:

 „Der Scan verändert die gesamten Prozesse in der Zahnheilkunde.“

„Der Scanner kann analoge Schritte ersetzen und zusätzliche Optionen schaffen, die analog nicht möglich waren

„Der Scan erleichtert die Kommunikation innerhalb der Praxis und reduziert Fehler.“

Univ. Prof. DDr. Gabor Tepper

Freitag, 23.09.2022:
IMMEDIACY - das Erfolgskonzept für die Praxis.
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Welchen Stellenwert hat die Sofortimplantation im Jahr 2022 erreicht?
Ein Sofortimplantat ist wesentlich mehr, als eine Schraube in ein Loch zu drehen. Es handelt sich um eine maximal präzise Behandlung, welche nach klaren klinischen Richtlinien durchzuführen ist. Sie ist - sofern technisch möglich - immer die beste Therapie: schneller, atraumatischer und kosteneffizienter.

Der Anteil der eingesetzten Sofortimplantate liegt in meiner Praxis bei 70 Prozent.Dass diese Methode funktioniert, ist weltweit klinisch und wissenschaftlich belegt worden.

Man muss sich heutzutage schon sehr bemühen, um die Sofortimplantation zu übersehen. Sie ist gekommen, um zu bleiben. Und sie geht nicht mehr weg. Die schnell wachsenden implantologischen Praxen sind diejenigen, die die Sofortimplantation beherrschen. Wer keine Sofortimplantate anbietet, lässt Potenzial in seiner Praxis liegen und ruft nur 30 Prozent ab. Das ist sowohl medizinisch ungenügend als auch marktwirtschaftlich unverantwortlich.

Warum gibt es dennoch Vorbehalte gegenüber der Sofortimplantation?
Der Eingriff wird sehr oft falsch gemacht, weil er nicht von Spezialisten durchgeführt wird. Dadurch kommt es zu Komplikationen. Das medizinische Tätigkeitsfeld wird immer breiter - und mit ihm auch die Implantologie. Zahnmediziner sollten den Mut zur Spezialisierung haben, um ihren Patienten die bestmögliche Behandlung zu bieten.

Die implantologische Ausrichtung einer Praxis macht keinen Sinn, wenn die Sofortimplantation negiert wird. Für mich ist es ein Thema, das durch den Generationenwandel gelöst wird. Den jungen Zahnärzten stellt sich die Frage gar nicht, ob sie Sofortimplantate anbieten möchten. Sie wollen es. Die nächste Zahnarzt-Generation ist motiviert, gut vernetzt und sie bildet sich fort. Sie wird die Implantologie verändern.

Was ist für Sie der Vorteil der Sofortimplantation?
Es gibt viele Argumente, die dafür sprechen: Beispielsweise die schnelle Behandlung in wesentlich weniger Schritten und Praxisbesuchen. Durch die Verminderung der Eingriffe erleiden die Patienten deutlich weniger Schmerz. Niedrigere Kosten, in den meisten Fällen die Vermeidung eines Knochenaufbaus, auch die wesentlich bessere Ästhetik durch den Erhalt von Hart- und Weichgewebe sprechen dafür.

Diese Informationen gehören in ein Aufklärungsgespräch, denn unsere Informationspflicht bezieht sich auf alle Behandlungsalternativen. Eine Behandlungsalternative wie die Sofortimplantologie zu verschweigen, ist eine mangelhafte Aufklärung vor dem Gesetz. Ist sie die bessere Lösung? Oder die Umsetzung gar nicht möglich? Der Arzt hat es zu erkennen.

Patienten wissen heutzutage wahnsinnig viel. Ein Arzt, der einem Patienten sagt, bei ihm sei die Sofortimplantation nicht möglich, hat sofort verloren. Der Patient weiß es besser und ermöglicht sich seine Wunschbehandlung auf jeden Fall. Ich stehe also vor einer Entscheidung: Entweder ich ermögliche es selbst, oder ich laufe Gefahr, den Patienten an einen Mitbewerber zu verlieren.

Vita:
Prof. DDr. Gabor Tepper ist einer der führenden Implantologie-Experten Österreichs und Inhaber einer erfolgreichen Praxis in Wien. Seit Beginn seiner Tätigkeit ist er weltweit unterwegs, um Implantologie zu lehren, Vorträge zu halten und sein Fachwissen auf dem aktuellen Stand zu halten. Auf dem Gebiet der Implantologie hat Prof. DDr. Gabor Tepper in internationalen Fachzeitschriften seine Forschung publiziert und sich auch in den USA weitergebildet, wo er regelmäßig Vorträge hält. Seine Habilitation zum Professor erlangte er an der Universität Wien auf dem Gebiet der „Risikovermeidung in der Implantologie.“

Carsten Schlüter

Freitag, 23.09.2022:
Praxiskommunikation: Zeit für ästhetisches Marketing
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Die Zahnästhetik wird ein immer wichtigeres Thema. Warum können viele Zahnärzte sie nicht erfolgreich in ihre Praxis integrieren?
C.S.: Es gibt in allen Bereichen ganz viele Zahnärzte, die sich fachlich intensiv fortbilden und dann irgendwann feststellen, dass das Gelernte in ihrer Praxis kaum zum Zuge kommt. Ihre Begründung ist dann meist, dass nicht die richtigen Patienten zu ihnen kommen. Aber das ist natürlich Quatsch. Jede Praxis hat einfach nur die Kunden, die sie ruft.

In meinem Vortrag stelle ich Maßnahmen vor, wie man erfolgreich die passenden Patienten für gerade dieses Segment in seine Praxis holt. Denn gerade im Bereich Ästhetik ist das eigentlich nicht so schwierig.

Ist die Zahnästhetik lediglich für große Praxen ein Thema?
C.S.: Auf keinen Fall. Ein besonders gutes Beispiel dafür ist die aktuelle Dentrepreneurin des Jahres, die im Mai auf unserem Kongress ALLES AUSSER ZÄHNE gewählt wurde. Sie hat sich in ihrer Praxis, in der sie alle Patientinnen und Patienten selbst behandelt, ganz bewusst auf Ästhetik spezialisiert. 

Als Zahnmedizinerin überzeugt sie nicht nur mit diesem unternehmerischen Mut, sie pusht das Thema Ästhetik auch zusätzlich durch neue Wege in der Kommunikation. Sie arbeitet verstärkt mit Social Media, erhöht so ihre mediale Reichweite und spricht gezielt die „richtigen“ Kunden an.

Warum wissen viele Patienten nicht, was in der ästhetischen Zahnmedizin möglich ist?
C.S.: Die Zahnärztinnen und Zahnärzte schenken der Vermarktung ihrer Dienstleistungen zu wenig Aufmerksamkeit. Dabei war es nie einfacher, dafür zu werben. Gerade die sozialen Medien ebnen den Weg. Bekannte Influencer und auffällige TV-Werbung machen die Ästhetik zum großen Thema und die Praxen profitieren von dieser Gratis-Werbung der großen Player. Mittlerweile möchten deshalb immer mehr Menschen schöne Zähne haben - und dieser Wunsch ist ja realisierbar.   

Welchen Tipp geben Sie Praxen, die verstärkt auf Ästhetik setzen möchten?
C.S.: Wer einen ästhetischen Schwerpunkt wählt, sollte diesen auch ausstrahlen. Es ist schwer für den Patienten, die fachliche Kompetenz eines Arztes einzuschätzen. Er kann aber das Erscheinungsbild einer Praxis oder eines Behandlers bewerten. Einer schicken und modernen Praxis traut man natürlich eher ein ästhetisches Gespür zu.  

Wie wichtig ist das Thema Ästhetik für den wirtschaftlichen Erfolg der Praxis?
C.S.: Sehr. Wir gehen davon aus, dass in vielen Praxen die Umsätze in der Prothetik weiter sinken werden, weil der Zustand der Mundhygiene sich einfach immer weiter verbessert und weniger saniert werden muss. Schöne Zähne dagegen werden immer wichtiger und bieten ein Tätigkeitsfeld, an dem alle Freude haben können: die Zahnärzte genauso wie die Patienten. 

Zur Person: Carsten Schlüter ist Geschäftsführer der M:Company und seit mehr als 20 Jahren erfolgreicher Berater der dentalen Welt. Als Keynote-Speaker referiert er regelmäßig zu den wichtigsten Themen rund um das Thema Praxisentwicklung und inspiriert seine Zuhörer. Er ist der Erfinder und Entwickler der M:Trips sowie unterschiedlicher außergewöhnlicher Kongressformate für Zahnärztinnen und Zahnärzte.

Rune Fisker

Freitag, 23.09.2022:
The digital future is now
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Mr. Fisker, how would you describe the digital adoption rate in the past five years? And what do you think will sustain this positive momentum in the years to come?
R.F.: Covid has dramatically leaped the digital adaption forward with 3-5 years with particular IOS being massively adapted, but also a significant increase in cases been CAD designed and the application of 3D printing. As the technology and overall value proposition for digital workflow continue to improve rapidly, we see the adaptation continue to rise rapidly.

What are some of the key trends that are happening now in the dental field? How will they direct the future of digital dentistry?
R.F.: We see 5 major digital trends:

  1. IOS will keep driving digitalization
  2. AI is here
  3. Aligners and dentures are rapidly being adopted.
  4. 3D printing and materials: next level
  5. The dental Platform race has begun

3Shape is one of the key drives globally for these trends and plays a crucial role in enabling the workflows. We will see a lot of technology improvements and changes over the next few years – very exciting times.  

Many dentists consider the use of intraoral scanners IOS as their first step into digital dentistry. How do you see the development of IOS?
R.F.: IOS is becoming significantly easier to use and adapt, and digital workflows are becoming even more efficient connecting the digital tools in the clinical and lab combined with an overall expansion of what you can use the IOS for – there are still so many opportunities for innovation. It is also clear that the needs of dentists are more diverse today. From the novice that just wants to make digital impressions to the pro users that want to incorporate advanced digital workflows, CAD design, and 3D printing – often for esthetic dentistry.   

How is esthetic dentistry influenced by digitalization?
R.F.: Esthetic is one of the key accelerators of digitalization driven by clear aligners, smile design, improved patient communication, and several other core digital workflows. Today many of the latest esthetic workflows are only possible through digital workflows, which is why the latest progress in esthetics and digitalization are so closely interlinked.   

Communication between the involved dentists and technicians is crucial for successful esthetic restoration. How does digital dentistry help bridge the gaps between the two?
R.F.: IOS significantly improves the efficiency of the clinic-to-lab workflow, but there is a huge opportunity for improving the communication and interaction between clinics and labs. In July 2022 we launched a Smart Phone App to allow the dentist and lab to communicate and add pictures directly from the phone – communication anywhere, anytime.

Rune Fisker, Senior Vice President of 3Shape, is a key creator and driver of 3Shape's solution-oriented innovations, filling his presentations with concrete methods of CAD/CAM technology and his vision of the future of "Digital Dentistry". Rune has been with 3Shape from the beginning. He holds a Ph.D. from the Technical University of Denmark and an Executive MBA from Copenhagen Business School.

Dr. Rebecca Komischke

Freitag, 23.09.2022:
Aligner in aller Munde – Sicht einer Kieferorthopädin und einer Zahnärztin
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Frau Dr. Komischke, Sie halten Ihren Vortrag gemeinsam mit der Kieferorthopädin Dr. Alissa Dreyer. Eine spannende Kombination. Worum geht es in Ihrem Vortrag?
R.K.: Der Alignermarkt wächst im zweistelligen Bereich. Auch immer mehr Zahnärzte bieten die Alignertherapie in ihren Praxen an. Aus unserer Sicht ist das kein Problem. Der Kieferorthopäde übernimmt nach wie vor die umfassende Versorgung des jugendlichen Patienten, mit dem Ziel das eugnathe Gebiss nach Andrews zu erreichen. Auch komplexe adulte Fälle mit eingeschränkter Funktion durch kompromittierte Okklusion zu rehabilitieren, gehört zum Behandlungsspektrum der Kieferorthopäden.

Der Zahnarzt dahingegen kann sein Behandlungskonzept abrunden, indem er Fehlstellungen der Frontzähne beim erwachsenen Patienten korrigiert, um den langfristigen Erhalt dieser Zähne zu ermöglichen. Denn oft führen die tertiären Engstände bei diesen Patienten zu Vorkontakten und Gleithindernissen in der Front, was wiederum zur ungleich schnellen Abnutzung des Zahnschmelzes führt.

Dementsprechend braucht der erwachsene Patient selten nur eine Zahnkorrektur, sondern auch eine Aufhellung der Zähne und eine Korrektur der Schneidekante mit Composite, um ein wirklich schönes Gesamtergebnis zu erzielen. Diese Patientengruppe wächst stetig, weil das ästhetische Bewusstsein der Patienten ab 40 Jahren zunimmt.

Ist die Alignertherapie ein Trend oder die Zukunft der ästhetischen Zahnmedizin?
R.K.: Jeder Allgemeinzahnarzt oder Oralchirurg wird derzeit mit der Alignertherapie als möglicher Ergänzung seines Behandlungskonzepts konfrontiert, sei es durch Patienten oder durch Social Media. Die Frage ist: Springt man auf oder lässt man die Finger davon? Aligner sind kein Trend, sie werden die festsitzende Kieferorthopädie stark beeinflussen. Es gibt auf internationaler Ebene bereits Praxen, die komplett auf Aligner setzen und Multibracketapparaturen durch sie ersetzt haben. Deshalb müssen wir Zahnmediziner uns positionieren und das Thema mit weiterentwickeln.

Wir möchten mit unserem Vortrag auf den Esthetic Days die Bandbreite verdeutlichen und ein alltagsfähiges Behandlungskonzept - Align-Bleach- Bond- für die zahnärztliche Praxis vorstellen.

Was raten Sie Zahnärzten, die mit der Alignertherapie starten möchten?
R.K.: Jeder der sich an die Alignertherapie herantraut, dem empfehle ich Kenntnisse über biomechanische Prinzipien und biologische Grenzen der Zahnbewegung. Die meisten Fehler passieren aufgrund von Unkenntnis in diesen Bereichen. Wenn man mit der Alignertherapie startet, sollte man nicht zu stolz sein, nach Hilfe zu fragen, damit man seinen Patienten bestmöglich helfen kann. Entweder bei einem Clinical Advisor, dem Kieferorthopäden, mit dem man zusammenarbeitet, oder bei einem Treatment Planning Service.

Mit der Alignertherapie ist für den Kieferorthopäden fast jede kieferorthopädische Behandlung möglich. Wir Zahnärzte dagegen können mit Konzentration auf die Social Six durch Auflösen des tertiären Engstandes beim Patienten dafür zu sorgen, dass die Frontzähne ein Leben lang ohne Überkronung erhalten werden können.

Dr. Rebecca Komischke hat 2003 ihr Staatsexamen an der Universität Witten-Herdecke absolviert und dort anschließend promoviert. Seit 2008 ist sie zertifizierte Invisalign-Anwenderin. Ihr besonderes Interesse ist die Kombination der Alignertherapie mit minimalinvasiver Zahnheilkunde, um den Patienten zu einem schönen Lächeln ohne größere prothetische Sanierung zu verhelfen.

Andreas Utz

Geschäftsführer der Straumann Group Deutschland
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Herr Utz, welche Bedeutung haben die Esthetic Days für die Branche?
A.U.: Die Esthetic Days haben sich zu einer wichtigen Plattform für moderne Praxen entwickelt, die sich intensiv mit ästhetischer Zahnmedizin beschäftigen und breit aufgestellt sind. Unser Fachkongress spricht Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner an, die ganzheitlich schauen, wo die Reise hingeht und wie sie sich aufstellen können.

Welches Thema halten Sie in diesem Jahr für richtungsweisend?
A.U.: „Smile Transformation“, bzw. „Digital Smile Design“ ist für mich ein Game Changer der letzten zehn Jahre und ein Hauptthema der Esthetic Days. Es verbindet Patientenbedürfnisse und gute klinische Ergebnisse miteinander.

Bei „Digital Smile Design“ geht es um eine zeitgemäße Form des Patienten-Involvements und darum, den Patienten ernst zu nehmen. Wenn es um ihr Aussehen geht, möchten Patienten in Entscheidungen eingebunden werden. Gerade durch die digitale Visualisierung vor der Behandlung ist dies möglich.

Das Konzept wird sich weiter durchsetzen und global unglaublich Fahrt aufnehmen.

Wie hat sich die Kommunikation zum Patienten verändert?
A.U.: Viele Zahnmediziner unterschätzen, dass Patienten über Ästhetik schon anders denken. Und die Anzahl dieser Patienten wird wachsen. Der Gesundheitskonsument tickt anders als vor 20 Jahren, weil sich sein Anspruch massiv verändert hat. Früher ging er mit Schmerzen zum Zahnarzt und wollte diese behoben wissen. Doch heute haben Patienten einen hohen ästhetischen Anspruch entwickelt. Sie haben ein klares Bild vor Augen und benötigen nun Beratung, wie sie ihr Ziel erreichen können. Welche Behandlung ist dafür notwendig und wieviel kostet sie? Oft gehen ihre Wünsche über das rein Klinisch-Notwendige hinaus.

Sehen Sie diese Entwicklung als Herausforderung oder als Chance für die Zahnmedizin?
A.U.: Wenn ich den Anspruch und die Bedürfnisse meiner Patienten kenne, kann ich die Medizin mit all ihren Facetten nutzen und moderne Behandlungskonzepte planen. Am Ende habe ich nicht nur das Leben meiner Patienten positiv verändert, sondern auch die Chance, eine erfolgreiche Praxis mit anspruchsvollen Fällen aufzubauen.

Ihr Schlussplädoyer: Warum sollte ich jetzt mein Ticket für die Esthetic Days buchen?
A.U.: Es macht deshalb Sinn an den Esthetic Days teilzunehmen, weil wir ein Update zu aktuellen Konzepten geben. Die Esthetic Days sind nicht nur einzigartig, weil dort super Referenten auftreten. Sie sind auch einzigartig aufgrund der Community. In Baden-Baden treffen sich zukunftsorientierte, neugierige und sehr offen denkende Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner, die sich untereinander austauschen möchten. Von diesem Netzwerk profitieren wir alle.

Andreas Utz ist Geschäftsführer der Straumann Group Deutschland. Der diplomierte Kaufmann ist bereits seit 18 Jahren Teil des Unternehmens Straumann und hat in nationalen und internationalen Führungsrollen hohe Expertise im Bereich des Dentalmarktes aufgebaut.

Dr. Jochen Tunkel

Samstag, 24.09.2022:
Ein wenig Pink mit großer Wirkung – gibt es das überhaupt?
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Herr Dr. Tunkel, ist die Gingivarezession ein selbstgemachtes Problem unserer auf Ästhetik fixierten Gesellschaft?
J.T.: Viele Patientinnen und Patienten verbinden mit dem Rückgang des Zahnfleisches eine Parodontitis. Es schwingt die Angst mit, sie könnten aufgrund des Rückganges einen Zahn verlieren. Da ist noch Aufklärungsarbeit von Nöten. Richtig ist: Die Rezession kann durch traumatisches Zähneputzen entstehen. Und sie tritt meist bei jungen Menschen auf, weshalb sie für Kieferorthopäden ein großes Thema darstellt. Sie ist aber kein Produkt unserer Zeit, da sich das Krankheitsbild eher auf dem Rück- als auf dem Vormarsch befindet.

Bedingt durch Social Media sind gerade junge Patientinnen und Patienten sensibler für das Thema geworden. Wenn sie lächeln, möchten sie keine „langen“ Zähne zeigen. Mit der Rezessionsdeckung können wir ästhetische und funktionale Probleme gleichzeitig lösen, dabei stehen die funktionellen Probleme wie Kälteempfindlichkeit, schwer pflegbare Restaurationsränder und Progredienz der Rezession im Vordergrund. Die ästhetisch-kosmetischen Ansprüche der Patienten sind aber nicht minder wichtig.

Warum ist die Rezession bisher eher ein Thema der Fachzahnärzte?
J.T.: Die Rezessionsabdeckung ist ein Fachgebiet, das nicht von vielen Zahnärzten bearbeitet wird. Meist wird es den parodontologischen Spezialisten überlassen. Für mich persönlich ist es eines der tollsten Gebiete der chirurgischen Zahnheilkunde. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich diese Eingriffe durchführen kann. Sie sind keine absolute Beginner-OP, aber mit ein wenig Erfahrung kann man sich an die einfachen Deckungen wagen. Und mit einem erfolgreichen Eingriff kann man die Patienten wirklich glücklich machen.

Manchen Zahnärzten fällt es aber auch schwer, die Krankheit von einer Parodontitis zu unterscheiden und die richtige Diagnose zu stellen. Dabei sind das Krankheitsbild und die Therapie einer Parodontitis und einer Rezession grundverschieden.

In fast allen Fällen ist die Basis ein medizinisches Bild, weil freiliegende Zahnhälse weiterführende Probleme verursachen. Für uns Zahnmediziner beispielsweise bedeutet eine Restauration bei einer Rezession einen größeren Aufwand, da Kronen extrem tief auf den Zahnhals gezogen werden müssen. Außerdem wirkt die Restauration meist unästhetisch, weil sie farblich nie zu hundert Prozent angepasst werden kann und eine am Zahnhals auslaufende Keramik oft etwas klobig wirkt.

An wen richtet sich Ihr Vortrag?
J.T.: Alle Zahnärzte werden angesprochen. Natürlich Parodontologen sowie Oral- und Kieferchirurgen, die diese Techniken bereits in ihrem Praxisspektrum anbieten. Für diese geben wir einen Einblick in unsere neu entwickelte Technik, die dazu geeignet ist, schwere Fälle zu lösen. Ich zeige auch, dass es keine 08/15-Technik gibt, die in allen Fällen angewendet werden kann. Mir ist es wichtig, aufzuzeigen, dass verschiedene Techniken bei verschiedenen Indikationen zum Erfolg führen. Das Thema wurde bisher leider wenig und oft eher einseitig in Fachvorträgen behandelt.

Der Vortrag und der Workshop richten sich auch an Zahnärzte, die bisher kaum Erfahrungen mit der Rezessionsdeckung haben. Ich möchte sie motivieren, dieses Spektrum der Parodontologie in ihr Portfolio aufzunehmen. Genauso richtet sich der Vortrag an prothetisch tätige Zahnärzte, da die Rezessionsdeckung, wie bereits erwähnt, eine wichtige präprothetische Maßnahme darstellen kann. Und last but not least die Kieferorthopäden, da sie oft bei der Arbeit mit den jungen Patienten mit dem Problem konfrontiert sind.

Warum sollte man Ihren Vortrag besuchen?
J.T.: Ich gebe meine Erfahrungen weiter, wie man eine Rezession erkennen und von der Parodontitis unterscheiden kann. Und ich informiere über Hilfsmittel und Ersatzmaterialien sowie die Differentialtherapie verschiedener Methoden. Dem ästhetisch interessierten Zahnmediziner wird es Spaß machen, sich anhand der Fälle anzuschauen, was heute im Bereich der mukogingivalen Chirurgie möglich ist.

Natürlich wird auch unsere neue Technik vorgestellt, die wir erst im vergangenen Jahr publiziert haben. Sie ist geeignet für Fälle, die bisher mit anderen Techniken kaum lösbar waren. Dazu haben wir zwei bekannte Techniken - der koronalen und lateralen Verschiebung - so kombiniert, dass sie bei nebeneinanderliegenden, extrem tiefen Rezessionen einsetzbar ist.

Dr. Jochen Tunkel ist Fachzahnarzt für Parodontologie und Oralchirurgie sowie Master of Oral Medicine in Implantology und Spezialist der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie.

Stefan Kermas

Samstag, 24.09.2022:
Nur echte Teams sorgen für „schöne“ Ergebnisse
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Herr Kermas, hat die Generation Z keine Lust zu arbeiten oder warum finden Zahnarztpraxen kein geeignetes Personal?
S. K.: „Wer bei mir arbeiten möchte, soll sich halt bewerben.“ Die letzten 40 Jahre war diese Haltung sehr en vogue und entsprach dem Arbeitsmarkt. Aber diese Zeit ist vorbei. Fachkräftemangel ist überall ein großes Thema. Ich höre häufig, dass Unternehmen keine „guten Leute“ mehr finden, was immer gut auch heißen mag. Aber der Beschwerdemodus ist keine Lösung, die es besser macht.

Viele Mitarbeitende beginnen motiviert und verlassen später das Unternehmen, unter anderem, weil sie keine echte Wirkung ihrer Arbeit spüren und sehen. Für mich ist Mitarbeiterfluktuation oder gar -flucht ein Zeichen bescheidener Führungskultur. Und keineswegs eine Folge davon, dass die jetzige Generation weniger arbeiten oder leisten möchte.

Warum ist eine gute Kommunikation in der Praxis so wichtig?
S. K.: Wer nach außen „schön“ wirken möchte – und darum geht es in der ästhetischen Zahnmedizin ja – muss auch innerlich strahlen. Heißt: Wer seinen Patienten eine Top-Behandlung anbieten möchte, sollte auch seinem Personal gegenüber eine verbindende Führungsidee anbieten.

Letztlich geht es um das Produkt, sprich die Behandlung. Und die setzt sich aus vielen Komponenten zusammen. Es geht hier nicht mehr allein um die Zeit beim behandelnden Arzt oder Ärztin, sondern auch um die Vor- und Nachbereitung, die in der Regel von der Assistenz erledigt wird. Es beginnt bei der Begrüßung des Patienten und dem ersten Lächeln am Empfang. Beim freundlichen, informativen Umgang während des Röntgens, usw.

Die Kundschaft läuft uns nicht hinterher, in keiner Branche. Sie sind aufgrund zahlreicher Angebote am Markt preis- und qualitätssensibel geworden. Patienten merken ebenso schnell, wenn der Umgang im Team untereinander nicht stimmt. Und das schadet letztlich der Praxis insgesamt. Dies alles zusammen entscheidet darüber, ob sich ein Patient wohl und gut „behandelt“ fühlt und die Praxis weiterempfiehlt.

Was ist ein häufiges Problem in der Mitarbeiterführung?
S. K.: Meine Beobachtungen zeigen, dass sich viele Ärztinnen und Ärzte zu wenig damit beschäftigen, wer Teil ihrer Mannschaft ist. Kenne ich die Grundcharakterzüge meiner Mitarbeitenden? Kenne ich ihre Hobbies, Sorgen und Freuden? Es geht hier nicht um „best friend“ und Familien-Floskeln: Know your clients, but also know your employees. Menschen wollen Teil eines erfolgreichen Teams sein und ihren Beitrag leisten, in dem sie Probleme lösen. Dafür muss die Führungskraft wiederum erkennen, wo die jeweiligen Stärken der Einzelnen überhaupt liegen. Sie muss darüber nachdenken, was sie für ein Angebot zur Mitarbeit macht.

Aber: Es geht nicht darum, alles so hinzubiegen, dass sich Mitarbeitende bedingungslos wohlfühlen. Als Führungskraft muss ich es schaffen, meine Leute charakterorientiert und nach ihren Stärken einzusetzen, so dass alle etwas davon haben. Nur dann sprechen wir von echter Zusammenarbeit und Teamwork.

Es kann sein, dass die neue Kollegin nicht so tickt wie die Schwiegertochter, die ich gerne hätte. Aber es gibt den Markt nicht mehr, auf dem ich unter 50 Superfrauen oder -männern auswähle. Ich muss jetzt dafür sorgen, dass ich aus meinem Personal diese Superleute entwickle.

Wie zeige ich meinen Leuten, dass ich sie schätze?
S. K.: Nicht allein über den Gehaltszettel. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zukunft kann ich so nicht mehr abholen. Die meisten Angestellten wünschen sich mehr Verantwortung und die Einladung zum Mitgestalten. Und sie haben Recht. Warum soll der Chef oder die Chefin alles allein entscheiden, wenn jemand anderes in gewissen Abläufen viel besser Bescheid weiß? Warum lassen wir nicht die Kolleginnen und Kollegen, die täglich mit den Materialien oder in speziellen Vorgängen arbeiten, diesen Prozess auch aufsetzen? Viele Zahnärzte klagen, dass die unternehmerischen Aufgaben sie überfordern. Die unbeliebten Orga- und Prozessaufgaben in die Hände ihrer Experten zu geben, kann eine Lösung sein. Aber dafür muss man Verantwortung abgeben und sich im Zutrauen üben.

Als Jurist und Leistungssportler hilft Stefan Kermas Teams und Führungskräften dabei, sich erfolgreich aufzustellen und die eigenen Ziele wirksam zu erreichen. Als Hockey-Trainer wurde Kermas bereits mit 22 Jahren zum Bundesligatrainer berufen, gewann mehrere Deutsche Meisterschaften als Chefcoach und zwei Olympische Goldmedaillen (2008 und 2012) mit dem Herren-Nationalteam als Assistenz-Trainer.

Nach dem Abschluss seines Jura-Studiums hat Stefan Kermas begonnen, freiberuflich Unternehmen in puncto Teamentwicklung zu begleiten. Das macht er nun bereits seit mehr als zehn Jahren. Gleichzeitig ist Stefan Kermas Geschäftsführer einer Münchner Agentur für Risikomanagement.

Dr. Paul Schuh

Freitag, 23.09.2022:
Der volldigitale Patient in der täglichen Praxis
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Herr Dr. Schuh - warum haben viele Zahnmediziner Angst vor der Digitalisierung?
P.S.: Das Vertrauen in die Technik ist im deutschsprachigen Raum kaum vorhanden. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist man sehr kritisch und hinterfragt viel. Das ist prinzipiell ok, aber deshalb hinken wir hinterher. In anderen Ländern wird die digitale Zahnmedizin weitaus erfolgreicher praktiziert. Ich denke: Unser Job kann so viel verändern. Wir sprechen von „Delivering Happiness“, einem besseren Lebensgefühl, das ein paar Zähne bewirken können - und dafür müssen wir fortschrittlich arbeiten.

Warum sollte Ihr Vortrag bei den Esthetic Days gut besucht sein?
P.S.: Weil wir einen Einblick in unseren Praxisalltag geben, der die volldigitale Arbeitsweise und ihre Vorteile sehr gut widerspiegelt. Wir spielen den kompletten Prozess - auch die Arbeit am digitalen Patienten - einmal durch und erklären, wo wir die Chancen sehen. Die Digitalisierung ist ein Thema, mit dem man sich lieber heute als morgen beschäftigen sollte, da sie rasend schnell voran geht.

Worin liegt der Vorteil der digitalen Behandlung für den Patienten?
P.S.: Dass die Behandlung einfacher und das Ergebnis vorhersehbarer werden. Patienten werden in die Planung einbezogen und sehen frühzeitig, wie das Ergebnis werden kann. Dafür stellen wir dem Patienten eine App mit Vorher-Nachher-Bildern zur Verfügung. Die Patienten können sich vor dem Eingriff mit der Familie oder Freunden beraten und entscheiden, ob sie sich selbst so sehen. Denn nicht immer stimmen die ästhetischen Vorstellungen von Behandler und Patient überein.

Worin liegt der Vorteil für den Behandler?
P.S.: Wir sparen Zeit und das ist einer der wichtigsten Faktoren. Kein Patient hat Lust, zu 10 bis 15 Terminen in meine Praxis zu kommen und sich jedes Mal mehr als eine Stunde behandeln zu lassen. Deshalb erschaffe ich mithilfe eines Scans zunächst einen digitalen Patienten. Im Anschluss simuliere ich die komplette Behandlung am PC, sehe die Schwierigkeiten und überlege mir gegebenenfalls Lösungswege. Ich kann sogar Teammitglieder einbeziehen, beispielsweise mit dem Implantologen, Zahntechniker oder Prothetiker den Eingriff anhand des digitalen Models durchsprechen. So weiß am Behandlungstag jeder, was auf ihn zukommt.

Sie arbeiten eng mit Zahntechnikern zusammen. Wie wird die Digitalisierung den Alltag der Labore beeinflussen?
P.S.: Der Job des Zahntechnikers hat sich bereits stark verändert und wird dies auch weiter tun. Er wird noch vielschichtiger. Wir benötigen Menschen, die die Daten verarbeiten und die Entwürfe in Handarbeit perfektionieren. Dadurch wird sich die Arbeit mehr auf den PC als auf das Wachsmesser konzentrieren. Es ist bereits möglich, Kronen und Brücken zuhause digital zu modellieren. Das Homeoffice wird den handwerklich geprägten Berufszweig modernisieren und attraktiver für junge Menschen machen.

Dr. Paul Schuh, Inhaber der Dental Clinic „artedent“, nimmt erstmals als Referent an den Esthetic Days in Baden-Baden teil. Der Zahnmediziner gibt in seinem Vortrag Einblicke in spezielle digitale Analyse- und Planungsmethoden, die das gewünschte Lächeln des Patienten bereits vor der Behandlung veranschaulichen.

Esthetic Days 2022

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